Fr 04.05.18 // Wortfront

Sandra Kreisler & Roger Stein

Lieder zwischen Panik und Poesie

Kategorie: Highlights | Mai | Spielplan | Musik

Spielort: Theater Sapperlot

Einlass: 19:00 Uhr | Beginn: 20:30 Uhr
VVK: 24 Euro inkl. Gebühr (Online zzgl. 3 Euro) / AK: 26 Euro | Karten erhältlich

Karten über AD-Ticket bestellen

Wortfront

Info

Sandra Kreislers und Roger Steins neues Programm voll satter Lieder und Texte stellt die "Generation Konfliktfrei" in Frage und gibt eine ebenso klare wie schwierig zu erreichende Antwort: GLÜCK.
Treffsicher räsonieren die Künstler über die offensichtlichen und versteckten Schwächen unserer Mentalität. Die Gesamtgesellschaftliche Furcht vor Unsicherheit wird gekonnt auf die Schaufel genommen, und am Ende verlässt der Saal mit der Sicherheit, dass es besser ist zu springen als sich am Heizkörper festzuhalten und Ausreden zu finden - denn wir wissen: "Alles vor dem Aber ist egal". Die neuen Songs sind deutlich rockiger, frecher, radiotauglicher. Aber natürlich verlieren sie nichts von ihrer klassischen Ohrwurmqualität, der melodischen Kraft und der immer wieder auf's Neue überraschenden Reimkraft. Die herzerwärmenden Balladen und kontrapunktischen Verschränkungen blühen in voller Pracht, und man glaubt es kaum, dass Glück eine nicht wirklich messbare Grösse hat.
Liebevoll und schonungslos zugleich umhüllt Musik die Texte. Auch die Vielseitigkeit überrascht: Da schmiegt sich ein vorlauter Popsong an ein Lied mit fröhlicher Tango-Noblesse, da folgt eine handgemachte Rocknummer auf einen Song mit chanson-esker Attitüde, da brennt sich ein salsaesker Sommerhit direkt in die Gehörgänge, da weckt eine zärtliche Ballade mit schwermütigem Text tiefe Sehnsüchte.

Die Texte sind wie gewohnt bissig, grandios gereimt, witzig und bei alledem immer leicht von der typischen Wiener Melancholie umweht. Sie sprechen mit einem Augenzwinkern von der „neuen Ehrlichkeit: ›Zu viel Charme ist nur beschwerlich‹, nur um gleich darauf mit zu Herzen gehender Liebe das Down-Syndrom ›Sommerkind‹ zu besingen ›Und wenn es regnet, es regnet an Dir vorbei‹. Der „Klofrau vom Hauptklo im Kanzleramt“ ist das alles ziemlich gleichgültig, denn ›wir glauben an Ideale, sie glaubt nur an Sauberkeit‹.

Nicht nur der Gegenwart schlägt Wortfront eine erhellende Bresche, auch die Zukunft wird frech besungen, zum Bespiel, wenn Roger Stein sich als Rentner imaginiert und gesteht: ›„Dann bin ich ein alter Sack und fasle nur von gestern und starre auf die Beine von jungen Krankenschwestern‹...
Wortfront trifft schmerzhaft und mit Leichtigkeit auf den Punkt: Das Leben bleibt im Grunde ein Triumph der Möglichkeit.

Video:

4.5/5 Bewertung (4 Stimmen)

Stadt Lorsch

Sponsor

Sponsor